«Publikationen zur Geldgeschichte»

Geld und Zeit III: Arm und Reich

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Reichtum an Gütern und Beherrschung der Natur

Dem Zwang folgend, der vom Geld ausgeht, da jeder auf den Erwerb von Geld angewiesen ist, haben die Menschen ungeheuren Reichtum an Gütern und eine fast übermächtige Beherrschung der Natur geschaffen. Die Staaten, die demselben Zwang folgend daran interessiert sind, ihn noch im letzten Winkel der Erde zu implementieren, machen daraus unschwer das Versprechen, Geld würde, wenn es nur gut kapitalistisch agieren und immer mehr werden dürfe, letztlich Wohlstand für alle garantieren. Eine Milliarde hungernder Menschen, eine rapide ausgreifende Verelendung und eine systematische Zerstörung der Natur, die inzwischen den ganzen Planeten zu ruinieren droht, strafen dieses Versprechen auf die grässlichste Weise Lügen.

Fortbestand des kapitalistischen Systems?

Der Fortbestand des kapitalistischen Systems beruht auf der fortgesetzt gelingenden Verwendung von Geld als Kapital: als Geld, das mehr Geld abwirft. Also ist das notwendige Wachstum nur dem Geld selbst abzuverlangen: dadurch, dass Geld eingesetzt wird, um mehr Geld abzuwerfen. Und das bedeutet notwendig: Je mehr Geld eingesetzt wird, umso mehr kann es abwerfen. Unter den Bedingungen kapitalistischer Konkurrenz muss daher auch um eben dieses Mehr an Geld konkurriert werden, das ein Unternehmen einzusetzen hat, um daraus Gewinn zu schöpfen – Gewinn, um den es ja in der Konkurrenz mit anderen Unternehmen geht. Auf diese Weise verstärkt sich aber diese offensichtliche Konsequenz einer kapitalistischen Wirtschaft noch weiter: dass nur Geld zu Geld führt und mehr Geld zu immer noch mehr Geld.

 

Der Fortbestand des kapitalistischen Systems beruht auf der fortgesetzt gelingenden Verwendung von Geld als Kapital: als Geld, das mehr Geld abwirft.

Jeder Versuch, diesem Mechanismus beizukommen und zum Beispiel durch passende Steuern „soziale Gerechtigkeit“ herzustellen, ist zum Scheitern verurteilt. Selbst wenn es hie und da ein Slumdog zum Millionär schafft, insgesamt werden Arme ärmer und Reiche reicher. Dem zu steuern, hieße die Reichen ärmer machen, und das würden zwar die Reichen ohne Zweifel überleben, aber es würde die großen Kapitalien schwächen und damit ihre alles entscheidende Fähigkeit zu Gewinn. Und an der liegt nicht nur den jeweiligen Eigentümern, sondern an der muss allen liegen, die von dieser Wirtschaft abhängig sind, selbst den Ärmsten. Vor allem aber muss an der Fähigkeit zu kapitalistischem Gewinn den Staaten liegen, denjenigen also, die sich zu einer solchen Schwächung der Kapitalien entschließen müssten – und nicht entschließen können. Denn Staaten wiederum konkurrieren gegeneinander mit der Menge an kapitalistischem Geschäft, das innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs gelingt. Die Staaten also müssen das höchste Interesse daran haben, diese Menge ja nicht zu beschneiden. Folglich bleibt es unabwendbar bei diesem Gesetz der Geldvermehrung.