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«Leit-Währungen - Leitfaden der Geschichte»

Hohe Renditen mit weniger Risiko

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Hallo! Ich heisse Steven Bates, und ich bin der CEO der Firma QLAB Invest.

In den vorhergehenden Videos habe ich auf die psychologischen Fallstricke hingewiesen, die es beim Investieren gibt, und erklärt, wie man sie vermeiden kann. Das Portfolio, das so entstand, ist nur geringen Risiken ausgesetzt und liefert eine gute Rendite, ohne dem Investor die Ruhe zu rauben, durch einen ganzen Kurszyklus hindurch seine Anlagen zu halten. Allerdings gibt es Investoren, die gerne eine höhere Rendite sehen würden. In den kommenden fünf Minuten erkläre ich, wie man eine höhere Rendite erreicht, ohne die Risiken wesentlich zu vergrössern.

Es gibt ein chinesisches Sprichwort, das besagt, die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, sei vor 20 Jahren. Und die zweitbeste: heute.

Vielleicht kann man das Gleiche über Investionen am Aktienmarkt sagen. In den letzten 20 Jahren betrug die Gesamtrendite für S&P-Aktien jährlich etwa 10% – für Bareinlagen in US-$ betrug sie 3%, und das bei einer Inflationsrate von 2%. Allerdings bedeutete diese Rendite für den Anleger auch beträchtlichen Stress: Die Volatilität betrug 19%, und es gab zwei Perioden mit Verlusten von etwa 50%. Aus den Ergebnissen der wissenschaftlichen Forschung über das Verhalten von Anlegern wissen wir, dass solche Verluste oft dazu führen, dass Investoren in Panik geraten, ihre Positionen räumen und so die Erholungsphasen verpassen, was dazu führt, dass sie auch nicht die durchschnittliche Rendite erzielen, die bei ihrem Portfolio über diesen Zeitraum möglich gewesen wäre.

Welche Optionen bieten sich also dem Investor, der Renditen wie am Aktienmarkt wünscht, aber die Volatilität dieses Marktes und die Risiken von Kursverlusten scheut?

Robustes Risikomanagement durch Aktien und andere Positionen

Ich glaube, die Antwort liegt darin, den besagten Baum heute zu pflanzen und in ein Protfolio zu investieren, das Aktien enthält, aber auch andere Positionen, und sicherzustellen, dass man ein robustes Risikomanagement betreibt, um aktiv mit den Risiken am Aktienmarkt umzugehen. Ziel sollte es sein, die Vorteile der Aktien zu nutzen, aber gleichzeitig die schwerwiegendsten Nachteile zu meiden.

Im vorhergehenden Video habe ich gezeigt, wie ein diversifiziertes Portfolio von aktiver Umverteilung der Anlageklassen profitieren kann, um sehr konvexe oder asymmetrische Renditen zu erwirtschaften. Wie kann man nun die Rendite eines solchen Portfolios erhöhen, so dass es mit den Renditen des Aktienmarktes mithalten kann?

Überraschenderweise liegt die Antwort nicht darin, eine Version dieses Portfolios zu erstellen, das nur aus Aktien besteht, sondern darin, die Gesamtleistung dieses guten Portfolios durch den sorgfältigen Einsatz von Leverage-Effekten (Hebelwirkungen) zu verbessern.

Schon das Konzept von Leverage-Effekten kann manche Menschen nervös machen. Das muss jedoch nicht sein.

Zum einen sollten man die Hebelwirkung so beschränken, dass das Maximalrisiko beherrschbar bleibt. Da das Portofolio, das ich verwenden werde, eine Volatilität von 6% aufweist, beschränke ich die Hebelwirkung auf den Faktor 3, sodass das Risiko in der Regel nicht grösser als an den Aktienmärkten sein sollte. Da der höchste Anteil an Aktien am zugrundeliegenden Portfolio 35% beträgt, ergibt sich bei einem Hebelfaktor von 3 eine Aktienwirkung von 105%.

Zum anderen sollte der Leverage-Effekt nicht statisch, sondern dynamisch eingesetzt werden. Bei hohen Marktrisiken oder wenn sich der Markt in einer Abwärtsphase befindet, sollte der Einsatz von Hebeln reduziert oder ganz aufgegeben werden, um sich gegen Verluste zu schützen.

Wie kann man dies verwirklichen?

Die dynamische Leverage-Strategie

Die Grafik zeigt das Ergebnis einer Anlagestrategie, bei der die Hebelwirkung im zeitlichen Verlauf variiert wird. Die Entwicklung von S&P500 wird als Vergleich angegeben, um die Marktbedingungen in der fraglichen Zeit wiederzugeben.

Der Leverage-Faktor ist auf einen Maximalwert von 3 beschränkt, es sei denn, dass der Markt hohe Risiken aufweist oder in Abschwung begriffen ist. In diesem Fall wird der Faktor schnell reduziert, oft bis auf einen Wert von 1 – was gleichbedeutend mit keiner Hebelwirkung ist. Dieser Vorgang macht sich die kurzfristige Vorhersehbarkeit von Risiken zunutze: Wenn die Risiken in der jüngeren Vergangenheit hoch waren, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass sie eine Weile hoch bleiben, bevor sie wieder zurückgehen. Man sieht deutlich, dass der Einsatz von Hebeln während negativer Marktentwicklungen und zu Zeiten hoher Risiken schnell reduziert wird.

Wie wird dadurch die Volatilität der Strategie beeinflusst? Erinnern Sie sich daran, dass das Risiko der zugrundeliegenden Strategie 6% Volatilität betrug. Der Einsatz von Leverage-Effekten führt also zu einem Risiko, das höher liegt als dieser Wert.

Hier wird die sogenannte QLAB Dynamic Allocation in schwarz dargestellt: die auf 12-Monate-Basis errechnete Volatilität der Strategie unter Einsatz von Hebelwirkungen. Man sieht, dass die Volatilität etwa zwischen 10% und 15% variiert. Die einjährige Volatilität von S&P500 wird zum Vergleich gezeigt. Sie schwankt zwischen 10% und 40% und ist alles andere als stabil. Der dynamische Einsatz von Leverage-Effekten zeigt aus zwei Gründen eine stabilere Risikoentwicklung: Zum einen wird die Hebelwirkung in Krisenzeiten systematisch reduziert, zum anderen ist die Verteilung auf unterschiedliche Anlageinstrumente zur gleichen Zeit eher defensiv. Man sieht, dass zu Zeiten, in denen das Risiko bei S&P500 zunimmt, das Risiko der Leverage-Strategie aus den gleichen Gründen sogar abnimmt. In Bezug auf die Volatilität ist die dynamische Leverage-Strategie also weniger riskant als eine auf Aktien beschränkte Anlage wie etwa ein Investmentfond auf Basis von S&P500.

Wir wissen, dass die Volatilität nur ein Faktor in der Risikogleichung ist. Ein weiterer ist das Risiko von Kapitalverlust. Dieser Faktor ist für die meisten Menschen leichter greifbar, er führt bei ihnen oft zu Panikverkäufen und zum Rückzug aus dem Aktienmarkt.

In dieser Grafik sieht man die Kapitalverluste der dynamischen Leverage-Strategie in schwarz. Die Kapitalverluste von S&P500 sind in rot dargestellt. Da die Hebelwirkung dynamisch eingesetzt wird und gleichzeitig die Verteilung der Anlagearten defensiv gehandhabt wird, verringert sich das Verlustrisiko dramatisch. Die höchsten Verluste der dynamischen Leverage-Strategie betragen etwa -13%, während S&P500 einen Wert von -55% aufweist. Aus diesem Grund zehrt eine passive Anlagestrategie am Aktienmarkt stark an den Emotionen und kann zu psychologischen Kosten beim Investor führen. Wenn man in Panik gerät und verkauft, ohne dann zur richtigen Zeit wieder an den Markt zurückzukehren, verpasst man die Erholungsphase und profitiert nicht vom durchschnittlichen Renditepotenzial.

Hier sieht man die Auswirkungen auf die Rendite. Da sowohl Risiken als auch Markbewegungen eine gewisse Persistenz zeigen, kann eine aktive Anlagestrategie nicht nur bei der Vermeidung von hohen Verlusten nützlich, sondern auch geeignet sein, gute positive Ergebnisse zu liefern, die sogar über denen des Aktienmarktes liegen.

Ist es nicht langsam Zeit, diesen Baum zu pflanzen?