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QLAB Invest Update Herbst 2014

 

Steven Bates zum Begriff «drawdown»

Volatilität ist ein allgemeiner Massstab für Risiko auf dem Finanzmarkt, aber der sog. «drawdown» oder «Kapitalverlust» ist für den Privatanleger die wichtigere Messlatte, verführt Drawdown doch oft zu irrationalen Entscheiden. Steven Bates, CEO von QLAB Invest, erklärt diese beiden Begriffe anhand des Marktverhaltens im September und Oktober 2014 und zeigt, wie das Drawdown-Risiko langfristig erfolgreich verwaltet werden kann. 

Dieser Update ist als Video nur in englischer Sprache verfügbar. Deutsche Übersetzung unten. 

 

 

Was ist ein "drawdown"?

 

Volatilität für sich genommen erfasst nicht den wahren Gradmesser der Angst, Kapital zu verlieren, also einen Drawdown zu erleben. Der Verlust von Geld löst nicht nur Emotionen aus, die uns Sorgen bereiten, sondern kann uns auch plötzliche Entscheidungen treffen lassen, die sich vielleicht ungünstig auf die langfristige Performance unserer Investitionen auswirken.

 

Wir wissen, dass man mit dem Investieren in die Märkte auch eine gewisse Volatilität akzeptiert sowie auch ein gewisses Drawdown-Risiko, aber auf wieviel Drawdown sollten wir uns einstellen?

 

Das Problem mit der Volatilität ist, dass sie kein besonders guter Indikator für das Ausmass eines zu erwartenden Drawdowns ist. Der S&P 500 zum Beispiel hat eine langfristige jährliche Volatilität von 17%, doch gemessen über einen kürzeren Zeitraum von einem Jahr lag diese vor kurzem bei nur 10%. Der jüngste Drawdown lag bei knapp über 7%, aber in den Jahren 2008 und 2001 wurden Drawdowns von ca. 50% verzeichnet, die weit über der langfristigen Volatilität lagen. Auch Mixed Asset Benchmark Portfolios mit mittlerem Risiko können Drawdowns weit über ihrer langfristigen Volatilität erleben.

 

Was können Sie also tun, um das Drawdown-Risiko besser zu verstehen und zu managen?

 

Bei QLAB vergleichen wir die Drawdowns unserer aktiven Strategien mit den Märkten, in die sie investieren, indem wir die Live Performance sowie die zeitlich weiter zurückreichende simulierte Performance auswerten. Wenn Asset-Auswahl und Risk Management funktionieren, wären Drawdowns unterhalb derer in den Märkten zu erwarten, selbst bei eventuell gleicher Volatilität.

 

Werfen wir einen Blick auf unsere Low Risk Absolute Return Strategy, QLAB Asset Allocation, mit einem Risiko-Budget von 6% Volatilität. In diesem Drawdown-Chart zeigen wir die Performance unter Highwater Mark, um so die Drawdowns im zeitlichen Verlauf zu vergleichen.

 

Vergleichen wir die QLAB-Strategie mit dem, was wir als Naive Market Portfolio bezeichnen, mit dem gleichen Anlageuniversum, der gleichen Gewichtung und ungefähr der gleichen Volatilität. Das Universum enthält US-Aktien, Rohstoffe, US-Staatsanleihen und Währungen. Der jüngste Drawdown-Höchststand von 3% für QLAB Asset Allocation stand 4% für das Naive Portfolio gegenüber, was nach historischen Standards nicht besonders hoch ist, und die QLAB-Strategie profitierte leicht von der etwas defensiveren Positionierung gegenüber dem Naive Portfolio.

 

Wenn Sie zeitlich weiter zurückgehen, sehen Sie, dass die Drawdowns der QLAB-Strategie im Allgemeinen niedriger sind als die des Naive Portfolio und selten über 5% liegen, was die Wirksamkeit von Asset-Auswahl und Risk Management belegt. Das Naive Market Portfolio hat oft Drawdowns nahe 10%, mit einem bemerkenswert grossen Drawdown von 25% im Jahr 2008. Der maximale Drawdown von QLAB Asset Allocation betrug nur 7,2%.

 

Generell empfehlen wir, dass die Anleger in QLAB Asset Allocation Drawdowns von bis zu 10% verkraften können, was sich gut mit einem Volatilität-Budget von 6% vergleichen lässt.

Werfen wir nun einen Blick auf die Higher Risk Absolute Return Strategy namens QLAB Dynamic Allocation mit einer Volatilität von bis zu 15%.

 

Vergleichen wir die QLAB-Strategie mit dem US-amerikanischen Aktienmarkt und auch einem breiten Rohstoff-Index, weil zeitweise die Strategie 100% Exposure gegenüber verschiedenen Anklageklassen innerhalb seiner maximalen Exposure von 300% gegenüber dem Anlageuniversum haben kann. Der letzte Drawdown der Dynamic Allocation Strategy betrug 8,5%, lag also etwas über dem Drawdown des US-Aktienmarkts von knapp über 7%, hier rot markiert, doch immer noch wesentlich niedriger als der aktuelle Drawdown der Rohstoffmärkte in Höhe von 30%, hier grün dargestellt. Falls die Strategie einige Rohstoffe enthalten hatte, die kürzlich verkauft wurden, ist dies ein gutes Beispiel dafür, wie ein aktives Management größere Drawdowns verhindern kann.

 

Auf längere Sicht zeigt die Dynamic Allocation Strategy nur selten Drawdowns von mehr als 10% mit einem Maximum von nur 13,5%, während Aktien und Rohstoffe bis zu 50% eingebüsst haben oder ca. das Dreifache ihrer Volatilität, was die Gefahren eines passiven Investierens in Aktien oder Rohstoffe noch einmal in Erinnerung ruft.

 

Wir empfehlen, dass die Anleger in QLAB Dynamic Allocation Drawdowns von bis zu 15% verkraften können, vergleichbar einer maximalen Volatilität von 15%.

Langfristig zahlt sich die Verwaltung des Drawdown-Risikos in der Erzielung stabilerer Renditen aus.

 

Hier sind die Performance Charts für die QLAB-Strategien gegenüber den entsprechenden Märkten, mit 4 Jahren live-Daten plus weiteren 11 Jahren der Simulation. Auf der linken Seite rangiert QLAB Asset Allocation vor dem Naive Market Portfolio und kann die schlimmsten Drawdowns vermeiden. Auf der rechten Seite kann QLAB Dynamic Allocation von der starken Performance von Aktien- und Rohstoffmärkten gleichermassen profitieren und grössere Baissen vermeiden und so über die Zeit gesehen outperformen.

 

Während es kaum überrascht, dass mit Investitionen in die Finanzmärkte auch Volatilität verbunden ist, entwickeln wir Investmentprozesse, die speziell das Drawdown-Risiko im Blick haben. Dies führt zu geringeren Verlusten im Vergleich zu Benchmark oder passiveren Investmentansätzen und gibt unseren Kunden die Gewissheit, im Zyklus investiert zu bleiben und von ihren langfristigen Investitionsplänen zu profitieren.