«Leit-Währungen - Leitfaden der Geschichte»

Heiliges Römisches Reich, Republik Florenz, Fiorino d'argento (Grosso)

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Heiliges Römisches Reich, Republik Florenz, Fiorino d'argento (Grosso) (obverse) Heiliges Römisches Reich, Republik Florenz, Fiorino d'argento (Grosso) (reverse)

Während dem 13. Jahrhundert fanden zwei münzgeschichtlich bedeutsame Entwicklungen statt: Goldmünzen kamen wieder in Umlauf, deren Prägung im 9. Jahrhundert aufgegeben worden war; und es wurden nun Silbermünzen ausgegeben, die grösser als der Pfennig (Denar) waren. Das war tatsächlich eine dringend nötige Neuerung, denn der Pfennig hatte im Laufe der Zeit so stark an Kaufkraft eingebüsst, dass grössere Zahlungen kaum mehr zu bewerkstelligen waren. Die neuen Silbermünzen wurden «denarii grossi», «fette Pfennige», oder schlicht Grosso genannt. In der deutschen Sprache wurde der Grosso zum Groschen. In Florenz hiess der Grosso auch Fiorino d'argento. Er trug auf der Vorderseite eine Lilienblüte, das Wahrzeichen von Florenz. Auf der Rückseite war der Stadtheilige Johannes der Täufer abgebildet. Mit diesen Münzbildern nahm eine beispiellose Erfolgsgeschichte ihren Anfang. Für die nächsten 300 Jahre sollte Florenz diese Motive auf seinen Gold- und Silbermünzen beibehalten – und die Florentiner Münzen sollten Vorbild werden für die Münzprägung in ganz Europa.

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