Floral ornament in analogy to fibonacci rules

«Wozu zwingt Geld?»

Archiv der Newsmeldungen

«Geld in anderen Gesellschaften»

Die neue Publikation des MoneyMuseums

27.04.2011

Ein Boot mit einem meterlangen Wulst aus Rindenbast bezahlen zu wollen oder die Kirchensteuer mit ein paar Schneckenhäusern und den Bau eines Eigenheims mit Musikinstrumenten, das käme in der Art von Gesellschaft, in welcher wir leben, schlecht an. Es käme hier auch keinem in den Sinn, für eine Braut den Preis von drei Kanonen zu entrichten, geschweige denn überhaupt für sie zu zahlen. Für uns nämlich hat Geld auszusehen wie eine Münze, eine Banknote oder ein Plastikkärtchen. Nur damit können wir Schulden begleichen, Beträge ansparen oder Renditen erzielen und Güter oder Dienstleistungen kaufen – aber doch gewiss keine Menschen! Oder? ...

In traditionellen Gemeinschaften Asiens und Afrikas hingegen war das eingangs Geschilderte bis vor nicht allzu langer Zeit Usus und ist es teils heute noch, wie die Broschüre «Geld in anderen Gesellschaften» zeigt. Die Historikerin und Numismatikerin Ursula Kampmann unternimmt darin eine Tour d'Horizon durch die exotische Welt traditioneller Zahlungsmittel, wobei sie nicht nur deren wichtigste Funktionen, sondern auch deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Vergleich zu unserem Geldsystem umreisst. Vor allem aber stellt sie zahlreiche von ihnen vor und zeigt damit, wie unterschiedlich und vielfältig traditionelle Gelder in ihrer Art, Grösse und Form sein können.

Die abgebildeten Objekte entstammen fast alle der Sammlung des Münchners Günther Kuhn, von welcher das MoneyMuseum einen Teil erwerben konnte. Dieser Teil ist seit Anfang 2011 in der Ausstellung «Traditionelle Zahlungsmittel aus Afrika, Asien und Ozeanien» im Entrée des MoneyMuseums zu sehen.

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