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«Schafft Geld Beziehungen?»

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(Wann) verliert die Schweiz ihre Sonderstellung?

Diskussionsabend mit Prof. Dr. Thomas Straubhaar, 4. Februar 2015, 18 Uhr

30.01.2015

Bedenkenträger verweisen auf die Spaltung der Schweiz in zwei ähnlich grosse Blöcke. Auf der einen Seite finden sich die konservativen Bewahrer der nationalen Identität. Sie sind agrarisch-gewerblich geprägt. Sie profitieren vom Sonderfall Schweiz. Er bietet in Form von Verbandskartellen, Vertriebs- und Importmonopolen sowie einer immer noch staatlich dominierten Netzinfrastruktur bei Bahn, Post, Elektrizität, Gas und Telekommunikation Schutz vor internationalem Wettbewerb.

Auf der anderen Seite stehen die Reformer. Sie verdienen ihr Geld mit attraktiven Angeboten auf den Weltmärkten. Dazu zählen die so bekannten multinationalen Banken, Versicherungen, Logistik- betriebe oder Firmen der Chemie- und Lebensmittelindustrie. Aber auch zahlreiche kleinere und mittelständische Unternehmen der Maschinen-, Werkzeug- und Metallindustrie gehören mit ihren hoch wettbewerbsfähigen Produkten zur Weltspitze.

Es war immer die hohe Kunst schweizerischer Politik, ein gesellschaftlich akzeptiertes Gleichgewicht zu finden zwischen den an einem attraktiven sicheren Hafen interessierten global players und einer an Schutz und Stabilität orientierten agrarisch-gewerblich geprägten Binnenwirtschaft. In jüngerer Vergangenheit hat sich das Gleich- gewicht zugunsten der wirtschaftlich schwächeren Binnenwirtschaft und zulasten der leistungsstärkeren Exportindustrie verschoben. 

Diese Verlagerung gefährdet die aussenwirtschaftliche Quelle des Wohlstands für alle. 

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