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Mister Wotton's DiebesschuleDie erste verlässliche Nachricht über eine "Schule für die Unterrichtung und Perfektionierung von Beutelschneidern und Taschendieben" stammt aus dem Jahre 1585 und befand sich unter der Obhut eines Mister Wotton in London am Smart's Quai, in den Hinterräumen einer Schenke. Vor allem Knaben wurden an einer Vorform der Klingelpuppe zu virtuosen Langfingern ausgebildet. Es galt, geräuschlos den Inhalt aus mit Glöckchen versehenen Taschen und Beuteln zu entwenden. Gelang dies erfolgreich, wurden die Fertigkeiten in den Strassen von London sogleich erprobt. (Zu dem Bild "Beutelschneider": John Selman, berüchtigter Beutelschneider und Taschendieb, hervorgegangen aus Mister Wottons Akademie für pickpockets. Zum Tode verurteilt, wurde er in der Nähe von Charing Cross hingerichtet.) |
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Fagin's DiebesnestDie Beschreibung der Schule des Master Fagin in Charles Dickens' Roman "Oliver Twist" hatte ihre tatsächliche Entsprechung in einem Elendsquartier in London. Charles Dickens hat in der angrenzenden Schenke gründlich recherchiert und gut zugehört. Die rauhen Sitten, die sich in diesen Schulungsräumen abspielten, kamen in einem Prozess gegen einen Taschendieb zu Gehör. Bei den Übungen wurde eine Schnur durch den Raum gespannt. An dieser hing ein Mantel und mehrere Schnupftücher. Die Jungen mussten die Tücher entfernen, ohne dass sich das Seil bewegte; stellten sie sich ungeschickt an, setzte es sogleich Prügel und diese nicht zu knapp ... Eine Hochkonjunktur derartiger "Bildungstätten" für zukünftige Langfinger verzeichnete Scotland Yard um die Jahrhundertwende: einem Beamten gelang es, innerhalb von 7 Monaten 15 von ihnen auszuheben. Nahezu auf der ganzen Welt stösst man auf derartige Einrichtungen, geheime Privatschulen, die sich der Ausbildung und Verfeinerung des Diebeshandwerks verschrieben haben. |
Zuflucht für LangfingerDie weißen Mönche des Zisterzienserklosters Beaulieu im New Forest von Hampshire sagten sich, dass es auch für Diebe, Mörder und Verschwörer eine Stätte der Zuflucht geben müsse, an der sie, geschützt vom Frieden der Kirche und der irdischen Gerichtsbarkeit entzogen, Geborgenheit erfahren dürften. So kam es dazu, daß Beaulieu bis zum Jahre 1539 den größten Spitzbubenhaufen in seinen geheiligten Räumen beherbergte. Darunter waren eine Menge Taschendiebe, ohne Furcht vor richterlichen Zugriff. Einziges Manko für die armen Taschendiebe: Ihrem Broterwerb konnten sie dort nicht nachgehen. |