Werkstatt des 16. Jahrhunderts

Eine Münze prägt man per Hand, indem man einen Rohling ("Schrötling") auf einen Amboss oder Unterstempel legt, einen Oberstempel daraufsetzt und mit einem kräftigen Hammerschlag die Bilder des Ober- und Unterstempels in den Schrötling schlägt. In die Stempel sind negativ Motive eingraviert.

Die Technik des Stempelschnitts ist der des Gemmenschnittes verwandt. Zunächst wird eine Zeichnung angefertigt. Die wird auf dem Stempel angeritzt. Manchmal kann man Punktierungen auf den Münzen erkennen. Diese stellen Orientierungs- und Vorzeichnungshilfen dar.

Die Hilfen haben den Vorteil, dass man bei einem Neuschnitt eines Prägestempels eine gültige Vorlage hat, die zu unglaublicher Ähnlichkeit der Münzausgaben mit verschiedenen Stempeln führt.
Manchmal hat man das alte Prägebild etwas verändert, z.B. eine Jahreszahl. Dann spricht man von Umschnitten.