Pfennige, Geld des kleinen Mannes

Pfennige, Geld des kleinen Mannes

Pfennige, Geld des kleinen  Mannes

Früh-Mittelalterliche Namen aus der Zeit zwischen 800 und 1200

Die Zeit zwischen dem 8. und dem 13. Jahrhundert wird allgemein Pfennigzeit genannt. Der Pfennig (althochdeutsch: pending) war die neue Bezeichnung für den alten Denar. Der Pfennig war bis zur Einführung des Groschens (1266) 500 Jahre lang die einzige Währungsgrösse. Von 1266 an galt dann 1 Groschen = 12 Pfennig. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Pfennig fast nur in Silber oder Billon geprägt. Danach wurde Kupfer der meistverwendete Werkstoff.

In Zeiten der Unruhe verliert Geld seine allgemein anerkannte Gültigkeit. Das war auch früher schon so. Deshalb war man während der Völkerwanderungszeit wieder zum Tausch mit Naturalien zurückgekehrt. Einige Generationen vor Karl dem Großen (768-814) begannen aber schon einige Städte zwischen Maas und Rhein wieder damit, Gold-, Silber- und Kupfermünzen zu prägen. Karl schuf eine einheitliche Währung, die Jahrhunderte stabil blieb: der Pfennig.

Dabei galt: 1 Pfund Silber (= 327 g) = 240 Denare bzw. 1 Pfund = 20 Schilling (Solidus) à 12 Denare oder Pfennige. Dieses System wurde in der englischen Währung bis 1971 beibehalten.

Das Wort Solidus stammt aus dem Lateinischen. Die Solidus-Münzen des späten Römischen Reiches (ab 4. Jh. n. Chr.) waren Vorbild für ähnliche Goldmünzen im Byzantinischen Reich bis zum 15. Jahrhundert. In Westeuropa beeinflussten sie die Darstellungen auf Floren und Dukaten. Bis Ende des 18. Jhs. findet man die Bezeichnung Solidus auf deutschen Schillingen.

Eine besondere Silbermünze stellen die mittelalterlichen Brakteaten dar (von lateinisch bractea "dünnes Blech"). Brakteaten sind Hohlpfennige aus dünnem Silberblech, das nur einseitig beprägt wurde. Oft legte man mehrere Bleche übereinander und schlug mit einem einzigen Schlag das Bild hinein. Brakteaten gelten als die schönsten Münzen des 12.-14. Jahrhunderts.