Im Kontor des berühmten Bankiers Fugger

 

 

 

 

 

 

 

 

Batzen

 

 

 

 

 

 

 

Käschmünze

 

 

 

 

 

 

Grostournois, französischer Groschen aus Tours

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Chinesische Käsch-Münzen an einem sogenannten Münzbaum

In Märchen schleppt der Held so manchen Batzen mit sich herum. Dagobert Ducks Taler häufen sich zu gigantischen Bergen. Den Schweizern sind Rappen und Vreneli gut bekannt. Die Amerikaner bezahlen heutzutage kaum noch mit Cash. In Deutschland bekommt man 10 Pfennige für seinen Groschen. Bevor der Euro in unsere Finanzwelt Einzug gehalten hat, galt an seiner Stelle bis zum 31.12.1998 der Ecu als Rechnungseinheit. Diese und viele andere Wörter sind schon sehr alt. Wie entstanden sie? Dazu hier mehr:

Der Batzen war eine Schweizerische und Süddeutsche Münze vom 15.-17. Jh. Der Name Batzen soll von Batz, Bätz oder Petz (= Bär) abstammen, der als Wappentier der Stadt Bern auf den ersten Batzenprägungen zu finden ist.

Biessli (Piécette) : Siebenkreuzermünze der Stadt und des Kantons Fribourg/Schweiz. Die Biessli wurden von 1787-1797 im Wert von 1/24 französische Laubtaler geprägt. Vor Gründung der Republik Helvetia gab es in folgenden Städten und Kantonen Biessli zu 6 bis 6 2/3 Kreuzer: St. Gallen, Appenzell, Neuenburg und Luzern.

Pfennig ist die althochdeutsche Bezeichnung für den Denar seit den Karolingern Der Pfennig blieb bis zur Einführung des Groschens (1266) 500 Jahre lang das einzige Münznominal. Seit 1266 galt der Pfennig als 1/12 Groschen. Diese Zeit - vom 8.-13. Jh. nennt man deshalb auch die Pfennigzeit.
Bis Mitte des 18. Jhs. wurde der Pfennig fast nur in Silber und Billon geprägt, dann wurde Kupfer der meistverwendete Werkstoff. Seit 1871 gilt der Pfennig 1/100 Mark.

Das Wort Groschen kommt von lateinisch grossus denarius turnosus "dicker Pfennig von Tour" abgeleitet, auf französisch Gros tournois. Nach dem Vorbild des Gros tournois wurden um 1300 die Prager Groschen und 1338 die Meissner Groschen gestaltet. Diese wiederum beeinflussten fast das ganze deutsche Münzwesen, so dass der Groschen zu 12 Pfennigen eine weitverbreitete Handelsmünze wurde.
Heute gibt es Groschen nur noch in Österreich. In Deutschland werden umgangssprachlich Zehnpfennigstücke so genannt.

Cash (Käsch): So erstaunlich es klingt, Cash ist ein indisches Wort = Sanskrit Karscha, deutsch. Käsch. Es stellt den kleinsten ostindischen Münzwert dar. Im 16. Jh. breitete sich diese Münze über ganz Ostasien aus. Um die Mitte des 19. Jhs. wurden in China alle Arten des eigenen gelochten Bronzegeldes (Ch'ien) Käsch genannt.
Von den chinesischen Ch'ien (oder Ch'üan)-Münzen wird angenommen, dass sie schon im 12. Jh. v. Chr. in China als runde Münzen eingeführt wurden. Die ältesten Ch'ien haben ein rundes Loch in der Mitte, seit dem 6. Jh. v. Chr. ein quadratisches. In fast unveränderter Form blieb diese Münze drei Jahrtausende das wichtigste Zahlungsmittel Chinas.

Obolus : Obol oder obolos heisst altgriechisch "Bratspiess" oder "Eisenspiess", der als Gerätegeld und Kultgabe diente. Der Obolos hatte einen Wert von 1/6 Drachme. Die Drachme bedeutete ursprünglich "eine Handvoll" (Bratspiesse = Gerätegeld). Der attische Obolos in Silber wog etwa 0,73 g und stellte damit eine kleine Münze unter anderem für wohltätige Zwecke dar. Daher die Redewendung "seinen Obolus entrichten" im Sinne von "seinen Beitrag zahlen".

Mark : Seit dem 9. Jh. ist Mark eine Gewichtseinheit, die im 11.-12. Jh. das Karolingische Pfund als Währungsgrundgewicht ablöste. Die Mark in Gold teilte man in 24 Karat zu 288 Grän; die Mark in Silber entsprach 8 Unzen oder 16 Lot oder 64 Quentchen.

Pfund: Aus dem lateinischen pondus = Gewicht, gotisch = pund, Althochdeutsch = phund. Das Pfund war zum einen Gewichtseinheit seit der Römerzeit (libra, daher die Abk. L). Auf das karolingische Pfund kamen 20 Schillinge à 12 Denare, ein System, das in der englischen Währung bis 1971 Gültigkeit hatte.
Als Wärungseinheit ist das Pfund noch heute gültig in: Common-Weathl, Irland, Ägypten, Libyen, Zypern, Türkei (Lira), Syrien (Lira), Libanon (Livre), Sudan (Piaster).In Israel galt das Pfund bis 1980, in Südafrika bis 1960.

 

Franken: Bezeichnung für den Schweizer Franc seit 1850. 1 Franken = 100 Rappen.
Franc : Französische Münze (erst Gold, dann Silber, später verschiedene Metalle ) seit dem 14. Jh. Bezeichnung für die Schweizer Münze seit 1799, dabei 1 Franc = 10 Batzen. Ausserdem ist der Franc Münzeinheit in Belgien, Monaco, Luxemburg und den französischen und belgischen Kolonien.

Rappen : Dunkelfarbiger Pfennigtyp des 14. Jhs. in den oberrheinischen Gebieten. Man glaubte, dass der Name Rappen für die Pfennige der Grafen von Rappoltstein wegen ihres Rabenkopfes so hiessen. Heute geht man jedoch davon aus, dass die dunkle Farbe der Münze den Namen gab. "rapp" bedeutet im Althochdeutschen nämlich soviel wie "dunkel", so auch "Rappen" = "schwarzes Pferd".

Der englische Penny (Plural Pence) wurde nach karolingischem Vorbild ebenfalls erstmals im 8. Jh. geprägt. Bis 1351 war er in England die alleinige Münze. 1351 kamen der Groat = 4 Pence und 1504 der Schilling = 12 Pence und seit 1625 das Pfund = 240 Pence hinzu.
Seit 1971 gilt in Grossbritannien jedoch auch das Dezimalsystem, so dass 1 Pfund = 100 Pence wert ist.

Taler: Gross-Silbermünze vom 16. - 19. Jh. Diese Münze löste im ausgehenden Mittelalter die wegen Goldmangels knapp gewordenen Goldmünzen ab. Der Name leitet sich von den Münzen der Grafen Schlick ab, die zwischen 1520 und 1528 zwei Millionen Joachimstaler schlagen liessen. Durch diese enorme Menge wurde die Münze zum Synonym für die Talergepräge im allgemeinen. Der Name Taler in anderen Sprachen: Daler (Dänemark und Schweden), Tallero (Italien) Talar (Polen), Thallard (Lothringen), Daalder (Niederlande), Dollar (USA), Jocondale (Frankreich).
In Deutschland wurde der Taler seit 1872 nicht mehr geprägt, blieb aber im Wert von 3 Mark noch viele Jahre in Umlauf.

Ecu : Wer glaubt, der Ecu sei eine Erfindung im Zuge der Wirtschaftsreformen der EU, irrt. Ecu ist abgeleitet von ecu "Wappenschild" und die französische Bezeichnung des Talers gewesen. Der Ecu ohne Zusatz entstand unter Ludwig XIII. 1641 und unter Ludwig XIV. (1661-1715) mit Lilienschild. Als Ecu d'or ist er jedoch schon älter. Der Ecu d'or ist die älteste französische Goldmünze seit Ludwig IX. (1266-1270) im Wert von 10 Sols (Schillingen) à 12 Deniers tournois. Der Ecu d'or war neben den Floren und Dukaten die wichtigeste europäische Goldmünze vom 14.-17. Jahrhundert.

Vreneli ist eine in der Schweiz benutzte volkstümliche Bezeichnung der goldenen 10-, 20- und 100-Franken-Stücke, die von 1897 bis 1949 geprägt wurden. Auf der Vorderseite ist unter der Landesbezeichnung "Helvetia" ein Mädchenkopf zu sehen. Das ist das Vreneli (= Kurzform von Veronika).

Stäbler : auch Stebler, sind Baseler Hohlpfennige vom 14. - 16. Jh. Die Pfennige erhielten ihren Namen aufgrund des Stadtwappens, das einen Bischofsstab enthält. Er setzte sich im gesamten Gebiet des Rappenmünzbundes durch. Von 1403 an war er zusammen mit dem Rappen die Hauptmünze des Schweizer Bundes.

Farthing : Der Farthing ist eine sprichwörtlich kleine Münzeinheit. Das Wort stammt aus dem altenglischen feordheling und war englische Münzeinheit seit dem 13. Jh. bis 1956. Ein Farthing = fourthling "1/4" entsprach 1/4 Penny.

Laubtaler auch "Lorbeertaler" und "Franzgeld" genannt, ist die volkstümliche Bezeichnung für die französischen Ecu aux lauriers der Jahre 1726-1790.

Sechser : Heute ist in einigen Gegenden Deutschlands das 5-Pfennig-Stück unlogischerweise ein "Sechser". Ein Sechser war die volkstümliche Bezeichnung für das Sechsfache von Kreuzer, Batzen, Groschen oder Pfennig. Der Halbgroschen war seit Jahrhunderten bis 1871 ein Sechser (= 6 Pfennige) wert. Deshalb behielt man den Namen bei für die Halbgroschenmünze, auch wenn diese seit 1871 ein 5-Pfennig-Stück ist.