Der englische Kaufmann, Gründer der Londoner Börse, Schatzkanzler und Finanzberater von Elisabeth I., Sir Thomas Gresham (1519-1579) formulierte den Satz: "Das schlechte Geld verdrängt das gute."

Was bedeutet der Satz? Zu Greshams Zeit, und nicht nur da, schmolzen viele Münzherren die guten, stark silberhaltigen Münzen ein und liessen an ihrer Stelle Münzen prägen, die einen geringeren Silbergehalt hatten. Das kursierende "gute" Geld wurde durch behördliches Edikt für ungültig erklärt oder durch betrügerische Machenschaften verschlechtert und durch geringwertige Geldzeichen unterwandert, während die "guten" Münzen aus dem Verkehr gezogen wurden.

Sir Thomas war jedoch nicht der erste, der das Gesetz formulierte, das heute seinen Namen trägt. Vor ihm hatten schon Oresmius und 1526 der als Astronom bekannte Kopernikus (1473-1543) und viel früher sogar der griechische Komödiendichter Aristophanes (445-385 v. Chr.) ähnliche Aussagen gemacht.

Kopernikus schilderte die Situation so: "Obwohl ... Bewertung und Geltung des Geldes allenthalben dahinschwanden, hörte man deshalb doch keineswegs mit der Produktion von Münzen auf, und da die Mittel nicht ausreichten, um die Neuprägungen den umlaufenden Münzen gleichwertig zu machen, war die jeweils nächstfolgende Münze, die noch zusätzlich in Umlauf gesetzt wurde, stets schlechter als die vorige, drückte so die Güte der vorausgegangenen Münze nieder und vertrieb sie so aus dem Umlauf..."

Ein bekanntes geschichtliches Phänomen, das diesen Prozess bezeugt, ist die sogenannte Kipper-und-Wipper-Zeit. Sie hatte für die Bevölkerung verheerende Auswirkungen.