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Geld und Beziehung

Geld setzt die Menschen zueinander in Beziehung als Käufer und Verkäufer von Waren. Wo alles Wirtschaften über Geld bestimmt wird, prägt diese abstrakte Beziehung über Geld nicht nur den gesellschaftlichen Zusammenhang der Menschen, sondern auch ihre privaten Beziehungen, hinein bis ins Innerste.

Individuum

Geld hat jeden als einzelnen Geldbesitzer zu seinem Bezugspunkt und setzt ihn zugleich in Bezug auf die anonyme Gesamtheit aller anderen Menschen als Geldbesitzer. Dieser abstrakte Bezug formt in jedem eine eigene Instanz von «Ich» als einer gedachten Reinform seines Selbst. In diesem Sinn gibt es das Ich als psychologische Instanz erst seit der Neuzeit und unter der Herrschaft des Geldes.

Gesellschaft

Jeder Mensch muss tun oder produzieren, wofür andere ihm Geld geben. Aber er tut es nicht für sie, weil er sie kennt, und sie tun es nicht für ihn, weil sie zu seiner Versorgung beitragen wollen. Vielmehr müssen alle je für sich damit zu Geld kommen. Eine auf solche Weise gestiftete Verbindung der Menschen ist keine Gemeinschaft, sondern abstrakte Gesellschaft: ein geldvermittelter Zusammenhang.

Die Welt als Umwelt

Erst mit dem Aufkommen des neuzeitlichen, kapitalistischen Geldes wird die Welt zur Umwelt. Das auf sich selbst bezogene Geldsubjekt sieht sich als ein geschlossenes Innen umgeben von einem gesamten Aussen. Und in dieser Weise behandeln und misshandeln die Geldsubjekte die Welt notwendigerweise tatsächlich: als würden sie nicht zugleich selbst zu ihr gehören.

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