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Geld und Material

Nahrung und kostbare Dinge werden über viele Jahrhunderte hinweg für Zahlungen verwendet, bevor sie auch zum Kaufen dienen. Erst mit der Neuzeit aber schlägt diese Verwendung um zu Geld im heutigen Sinn. Im selben Moment beginnt Geld sich von seinem Material zu lösen – bis es zuletzt zu blossen Bits geworden ist.

Archaische Zahlungsmittel

Am Ursprung unseres Geldes liegt nicht der Tausch, sondern die archaische Zahlung: die Überreichung bestimmter Gegenstände zum Ausgleich einer Schuld oder zur Einlösung einer Verpflichtung. Je nach Gemeinschaft und Gelegenheit wurden viele unterschiedliche Dinge zu Zahlungen verwendet. Damit dienten sie jedoch nicht schon zu Geld, mit dem man etwas hätte kaufen können.

Münzen und Banknoten

Gemeinwesen bestimmen als Norm für Zahlungen regelmässig eine besondere Art von Dingen, in denen alle übrigen Zahlungsmittel nach Wert bemessen werden. Besonders erfolgreich sind dabei Münzen: geprägte Edelmetallstücke in festgelegten Gewichtseinheiten. Erst solche normgebenden Zahlungsmittel finden auch Verwendung als Tauschmittel und insofern als Geld. In dieser Funktion lassen sich Münzen schon verhältnismässig früh durch entsprechende Papiere ersetzen.

Digitales Geld

Wo das Wirtschaften einer Gesellschaft hauptsächlich auf dem geldvermittelten Austausch von Waren beruht, muss Geldwert nicht mehr selbst in Gestalt von Dingen wie Münzen oder Banknoten auftreten. Ohne materielle Substanz hat er seine Existenzform idealerweise in blossen Daten, als digitales Geld. Bitcoins machen daraus den Ernstfall, dass sie allein per Computer auch geschöpft werden.

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