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Geld und Tausch

Der Austausch, den Menschen pflegen und auf dem ihre Gemeinschaften ursprünglich beruhen, wird erst durch Geld zu einem Tauschhandel in der Form von Kaufen und Verkaufen. So dominiert zuletzt der Markt jeden Tausch. Unterhalb des Marktes jedoch dauern Formen des Austauschs über Gaben fort.

Gaben

Weil Geld heute als Tauschmittel fungiert, wird allgemein der Tausch als sein Ursprung angesehen – zu Unrecht. In Gemeinschaften, die kein Geld im heutigen Sinn kennen, hat entscheidende Bedeutung die Überreichung von Gaben. Sie aber dient vornehmlich nicht dem Tausch, sondern hat im Zusammenhang mit anderen Verhaltensweisen den Sinn, eine grundsätzlich gegenseitige Verpflichtung der Menschen einzulösen und zu bekräftigen.

Kaufen

Beim Kauf wechseln Geld und Ware jeweils aus dem Besitz des einen in den Besitz des anderen. Ist dieser Tausch vollzogen, so ist jede Verpflichtung zwischen den Beteiligten erfüllt und beendet. Der Kauf ersetzt das umfassende Verpflichtetsein der Menschen untereinander durch eine einzige Verpflichtung: einem anderen etwas mit Geld zu bezahlen. So ist der Kauf verpflichtende Liquidation und Liquidation der Verpflichtung in einem.

Markt

Lange Zeit, bevor es zu «dem» Markt kommt, gab es nur lokale Märkte, die zeitlich und in ihrem Angebot an Waren streng begrenzt waren. Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts ergibt sich in Europa ein Markt im modernen Sinn mit einem zusammenhängenden Preisbildungsgefüge. Diese Einrichtung, die dann der Marktwirtschaft ihren Namen gibt, geht einher mit der Verwandlung von Geld zum universalen Tauschmittel.

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