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Geld und Zeit

Geld, wie wir es kennen, ist ein historisch spätes Phänomen. Wo es aufkommt, wird der gesamte Lebensprozess einer Gesellschaft von ihm abhängig und unterwirft es den gesamten Zeitverlauf einem objektiven Zwang: dass Geld stets weiter als Geld fungieren und stets zu mehr Geld werden muss.

Genese des modernen Geldes

Die frühen Formen von Geld waren während Jahrhunderten nachgeordneter Teil einer Versorgung, die hauptsächlich über Selbstversorgung oder über Verteilung durch die Mächtigen verlief. Das ändert sich erst im Lauf des 16. Jahrhunderts mit dem Entstehen der kapitalistischen Wirtschaft. In ihr hängt die gesamte Versorgung der Menschen notwendig von Geld ab.

Wachstum

In einer Gesellschaft, in der die Menschen für ihr Auskommen zur Hauptsache auf Geld angewiesen sind, müssen sie für das, was sie tun oder herstellen, mehr Geld bekommen als sie dafür aufgewendet haben. Allein diese Notwendigkeit ergibt unausweichlich den Zwang, dass Geld im Zeitverlauf zu mehr Geld werden muss. Geld, von dem eine Gesellschaft lebt, muss als Kapital fungieren. 

Arm und Reich

Mehr Geld, mehr Wohlstand für alle: ein trügerisches Versprechen. Der immense Druck, mit dem Geld zu Arbeitsteilung, aber auch Ausbeutung der Welt zwingt, mag im Durchschnitt zu gehobenem Wohlstand führen. Doch dem wirken nicht nur die Zerstörungen entgegen, mit denen diese Ausbeutung einhergeht, sondern vor allem auch die notwendig steigende Ungleichheit der Verteilung. Die Kapitalfunktion von Geld muss Gewinne dort konzentrieren, wo viel Kapital zum Einsatz kommt.

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