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Wie gehen wir mit Risiken um?

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„Augen auf!“ sagen wir, wenn es gilt, genau hinzusehen. Doch unser wichtigstes Wahrnehmungsorgan im Alltag ist anfällig für optische Täuschungen aller Art. Was hat das mit Geld zu tun? Ganz einfach: Wenn wir in unserer Bank durch eine Hochglanzbroschüre blättern und die ansprechenden Grafiken überfliegen, bei denen die Gewinnlinien stets nach oben gehen, dann sollten wir uns daran erinnern, dass dies ein geschickter Manipulationsversuch ist, ein Köder für unsere optische Wahrnehmung. Auch der Berater, der uns versichert, seine hoch verzinsten Produkte seien „praktisch risikofrei“, tritt uns nicht ohne Grund oft in feinstem italienischem Zwirn gegenüber.

Solche Ansätze zielen darauf ab, dass wir – zum Vorteil anderer – Risiken eingehen, die nicht zu uns passen und die wir nicht richtig einschätzen können. Und dabei ist ein Großteil unserer Vermögen im Finanzmarkt angelegt.

Zwei miteinander verknüpfte Faktoren erscheinen uns im Rahmen unserer Geldforschung daher zentral: Erstens das Thema „Risiken“ und zweitens „Financial Literacy“.

Führen wir uns vor Augen, wie das Vermitteln von Anlageprodukten funktioniert: Ein Berater analysiert, welche Summen wir anlegen möchten, berücksichtigt verschiedene Faktoren wie unsere Risikobereitschaft oder die geplante Anlagedauer und schnürt uns ein Paket zurecht. All das geschieht vor dem Hintergrund seiner beruflichen Erfahrung. Die Situation ähnelt derjenigen eines Arztbesuchs. Der Halbgott in Weiß, der uns gegenübersitzt, fragt nach Symptomen und präsentiert uns seine Diagnose inklusive Behandlungsplan – falls er uns nicht an einen Spezialisten überweist. Widerspruch ist unerwünscht und bleibt in der Regel auch aus. In beiden Fällen sitzen die Konsultierenden meist schicksalsergeben am Tisch und nicken die Entscheidungen ab. Dabei müssen wir uns klarmachen: Die Diagnose bzw. Risikoanalyse beruht auf dem Erfahrungshorizont des Arztes bzw. Anlageberaters. Unsere Aufgabe ist es, die Ergebnisse kritisch zu hinterfragen. Es geht schließlich um zentrale Themen in unserem Leben: unsere Gesundheit und unseren finanziellen Handlungsspielraum. Doch dazu müssen wir über ein entsprechendes Wissen verfügen.

In der Medizin empfiehlt es sich meist nicht, aufgrund einer Internetrecherche dem Arzt zu widersprechen. Sicherer ist es, bei anderen Fachärzten eine Zweit- oder Drittmeinung einzuholen. Anders bei den Finanzen. Es gibt mittlerweile Möglichkeiten, im Internet fundierte Informationen einzuholen. Nie war es so einfach, sich ein solides Finanzgrundwissen zu erarbeiten wie heute. Im Englischen wurde für dieses Wissen und den selbstbestimmten Umgang mit der Finanzwelt der Begriff der „Financial Literacy“ geprägt. Und diese ist unabdingbar, wenn wir beurteilen wollen, ob ein bestimmtes Produkt zu uns und unserer Risikobereitschaft passt. Nur so können wir Angebote auf ihre Plausibilität und Seriosität hinterfragen. Wenn wir nicht auf dem Hochglanzparkett der Marketingverführer ausrutschen wollen, dann müssen wir uns selbst zu „geldmächtigen“ Menschen erziehen.

Sunflower möchte daher mit Menschen zusammenarbeiten, die uns allen dabei helfen, „geldmächtig“ zu werden. Darunter verstehen wir die Fähigkeit jedes Einzelnen, in seinem eigenen Leben zwei Dinge in Einklang miteinander zu bringen: unser Geld und unsere Risikobereitschaft. Wer die Instrumente der Geldanlagen kennt, kann sie zu seinem Vorteil nutzen – und im besten Fall auch zum Vorteil der ganzen Gesellschaft. Wenn er vor diesem Hintergrund seinen eigenen Charakter gut einschätzen kann, dann wird er auch die zu ihm passende Anlagestrategie finden. Und statt auf den elegant gekleideten Berater wirft er regelmäßig einen Blick auf seine Depotinformationen.

weiterer Link:
Prof. L. Bachmann über Umgang mit Risiken in der Medizin

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