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Kaiserreich China, Qing-Dynastie, Guangxu, 10 Ch'ien

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Kaiserreich China, Qing-Dynastie, Guangxu, 10 Ch'ien (obverse) Kaiserreich China, Qing-Dynastie, Guangxu, 10 Ch'ien (reverse)

Im 18. Jahrhunderts erreichte China einen beachtlichen Höhepunkt an Wohlstand und Stabilität; just in jener Zeit aber wurde das Reich auch vom schnellen Fortschritt in Europa eingeholt. Es blieb zwar vorerst unabhängig, musste sich aber mit verschiedenen expansionsfreudigen Grossmächten auseinander setzen, die von allen Seiten in China eindrangen. Dies erzeugte eine Woge des Fremdenhasses, die schliesslich den so genannten «Boxeraufstand» auslöste. Im Frühjahr und Sommer 1900 tauchten immer mehr Männer in roten Gewändern auf – arme Bauern, arbeitslose Kulis, Entwurzelte. Die Rebellen griffen zunächst Missionare und chinesische Konvertiten an; doch ihr eigentliches Ziel war die Vertreibung der Europäer aus China. Anfangs Juni begannen diese Ausländer, ihr Viertel in Beijing zu befestigen. 55 Tage belagerten die Boxer das Viertel. Dann, am 14. August, erreichte eine internationale Hilfstruppe Beijing. Die Bilanz des Aufstandes: 66 tote und 150 verwundete Ausländer; niemand machte sich die Mühe, die Toten unter den chinesischen Christen und unter den Boxern zu zählen. Im so genannten «Boxerprotokoll» wurde China zur Zahlung einer Entschädigung verpflichtet: Man einigte sich auf 450 Millionen Silber-Tael – das sind mit Zinsen etwa 660 Millionen Dollar. Am 17. September 1901 rückte die internationale Truppe wieder aus China ab. Die Ausländer aber blieben.

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